Rechenschaftsbericht 2 0 2 5
Liebe Kameradinnen, Kameraden, werte Bürgermeisterin, verehrte Gäste
Wie schnell doch die Zeit vergeht. Wieder ist ein Jahr vergangen und 2026 ist auch schon wieder 24 Tage alt.
Den heutigen Abend möchte ich jedoch dazu nutzen Zurückzuschauen und Bilanz zu ziehen.
Bevor ich jedoch mit meinen Ausführungen beginne, einige kurze Worte zu Ereignissen die wieder einmal Rettungskräfte, ganz gleich welcher Art, gefordert haben und die zum Teil tagelang auch die Nachrichten beherrschten. Die Großbrände in Europa, von Griechenland bis Portugal, aber auch Naturereignisse, wie der Bergsturz von Platten zählten beispielsweise dazu. Aber auch bei uns brannte es im Sommer. Der Waldbrand in der Gohrischheide im Juli (Grenze Sachsen zu Brandenburg) loderte tagelang. Mehrere hundert Hektar waren betroffen. Die Brandschutzeinheit unseres Landkreises war schon im Voralarm. Zum Einsatz kam es dann nicht, da sich die Lage entspannte und der Großbrand mit den Kräften vor Ort erfolgreich abgelöscht werden konnte.
Bei derartigen Ereignissen bzw. Katastrophen kommen hauptsächlich Kräfte von Feuerwehren und anderen Hilfsorganisation zum Einsatz, die ihren Dienst für die Gesellschaft zum überwiegenden Teil ehrenamtlich leisten. Ohne dieses Arrangement würden die Aufgaben wohl nicht zu erfüllen sein.
So werden auch in Strausberg die Aufgaben durch eine Freiwillige Feuerwehr, die aus den Ortswehren Strausberg und Hohenstein besteht, erfüllt. Die Stadt stellt die notwendigen und erforderlichen Mittel für Ausstattung und Ausrüstung zur Verfügung. Das Personal kommt aus der Bürgerschaft und agiert rein ehrenamtlich.
Die Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Stadt Strausberg hat derzeit 80 Mitglieder.
Zudem gibt es eine sehr starke Kinder- und Jugendfeuerwehr die derzeit 70 Mitglieder zählt.
Nicht zu vergessen unsere Alters- und Ehrenabteilung mit ihren 17 Mitgliedern.
So hatte unsere Wehr per 31.12.2025 eine Gesamtstärke von 167 Mitgliedern.
Die Einsatzabteilung löscht Brände und leistet Hilfe jeglicher Art, seien sie auch noch so ausgefallen bzw. ungewöhnlich. Wir sind für die Bürger unserer Stadt und darüber hinaus da und das rund um die Uhr Tag ein, Tag aus.
Die zu bewältigen Aufgaben erfordern eine entsprechende an die aktuellen Bedingungen angepasste Aus- und Weiterbildung. Der Träger sorgt für die erforderlichen und notwendigen Rahmenbedingungen.
Neben theoretischen und praxisbezogenen Ausbildungseinheiten auf Standortebene, erfolgten in 2025 auch Ausbildungsmaßnahmen mit anderen Feuerwehren des Umlandes und Hilfsorganisationen. Erwähnt sei hier zum Beispiel die Ausbildung im S-Bahnbereich.
Für die Aus- und Weiterbildung wurden so rund 3247 Stunden aufgebracht.
Außerdem nahmen Kameraden an Lehrgängen bzw. Weiterbildungen des Landkreises, des Landes bzw. auch auf Standortebene teil.
Dies waren Ausbildungen zum Atemschutzgeräteträger, Truppführer und auch eine Weiterbildung der Maschinisten für Löschfahrzeuge war darunter.
Der Träger, die Stadt Strausberg, finanzierte zudem kostenpflichtige Ausbildungen von Kameraden zum Motorkettensägenführer und zu Maschinisten für Hubrettungsfahrzeuge.
Auch konnten Kameradinnen und Kameraden die Truppmann – Teil 1 Ausbildung erfolgreich abschließen.
Ausbildungen an der Landesfeuerwehrschule wurden ebenfalls absolviert und nicht zu vergessen die Teilnahme an Seminaren die durch den Landesfeuerwehrverband online angeboten wurden.
Die entsprechenden Zertifikate, sofern nicht bereits geschehen, werden den Teilnehmern im Rahmen dieser Veranstaltung übergeben.
Für diese zusätzlichen Aus- und Weiterbildungen wurden rund 1471 Stunden durch die Teilnehmenden aufgebracht.
Die Kinder- und Jugendfeuerwehr hatte ebenfalls wieder voll zu tun und arbeitete ihren eigens ausgearbeiteten Terminplan ab.
Unter der bewährten Führung unseres Jugendfeuerwehrwartes Andreas Schwiering und mit Unterstützung von Kameradinnen und Kameraden unserer Wehr wurde den Kindern und Jugendlichen das Aufgabenfeld einer Feuerwehr altersgerecht vermittelt.
Unterstützung kommt von vielen Seiten, so auch durch Betriebe und Einrichtungen der Stadt.
Das Team leistet eine sehr gute Arbeit, für die ich nur danken kann. 4 Jugendliche wechselten Anfang dieses Jahres zur Einsatzabteilung und werden im Laufe des Jahres mit ihrer Truppmannausbildung beginnen.
Eine interessante und erfolgreiche Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen trägt wesentlich zur Nachwuchsgewinnung für die Einsatzabteilung unserer Wehr bei.
An dieser Stelle sei es gestattet allen Beteiligten recht herzlich zu danken.
Ein besonderer Dank geht an den Jugendwart Andreas Schwiering, der in dieser Funktion nunmehr über 23 Jahre tätig ist.
Die Angehörigen unserer Altersabteilung waren ebenfalls nicht untätig. Sie unterstützten unseren Frühjahrsputz, absolvierten einen Tagesausflug und trafen sich in geselliger Runde zu Kaffee und Kuchen. So halten sie Kontakt und fühlen sich mitgenommen und dazugehörig.
Viele derartige Maßnahmen, zu denen auch die Weihnachtsfeiern oder eben unsere Jahreshauptversammlung zählen, werden durch den Förderverein unterstützt und organisiert. Die Mitarbeit und Unterstützung seitens aller Mitglieder sind sicherlich noch ausbaufähig.
Auf Initiative des Fördervereins wurde in 2025 auch ein Gedenkstein zu Ehren unserer verstorbenen Kameradinnen und Kameraden aufgestellt und feierlich eingeweiht.
Für das Arrangement sei dem Vorsitzenden Marcel Graske und seinem Stellvertreter Benjamin Bomball recht herzlich gedankt.
Nach anfänglicher Unsicherheit, verursacht durch das Land Brandenburg, fand die 4 Auflage der Strausberger Lichterfahrt am 13.12.2025 statt und war ein Erfolg. Mit der Teilnahme einer Vielzahl geschmückter Fahrzeuge aus der Region und darüber hinaus, von Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz war sie ein Highlight des Strausberger Weihnachtsmarktes und lockte Gäste von Nah und Fern in die Stadt.
Den Organisatoren und Teilnehmern dieses Highlights sei herzlich Gedankt.
Betrachten wir nun unser Einsatzaufkommen des letzten Jahres, so erfolgten 287 Alarmierungen unserer Wehr durch die Regionalleitstelle Oderland.
Dies entsprach einer Gesamteinsatzzeit von rund 3479 Stunden, oder anders ausgedrückt 145 Tage waren wir für unsere Bürger da.
Gegenüber dem Vorjahr mit 251 Alarmierungen wieder ein Anstieg.
Es waren 60 Brände, 161 Hilfeleistungen und auch 66 Fehlalarme in 2025 abzuarbeiten. 50 Personen stehen in der Bilanz denen durch unseren Einsatz geholfen werden konnte.
Für 3 Personen kam jegliche Hilfe jedoch zu spät, zwei davon bei tragischen Unfällen im S-Bahnbereich.
Wie nicht anders erwartet lag der Schwerpunkt unserer Einsätze abermals im Bereich der Hilfeleistungen.
Ein Schwerpunkt waren die 47 Türnotöffnungen. Die Unterstützung des Rettungsdienstes, zu „sogenannten Tragehilfen“ erfolgte in 19 Fällen. Gegenüber dem Vorjahr blieben diese Alarmierungen annähernd gleich. Unter die sonstigen Hilfeleistungen, 41 an der Zahl, fielen Einsätze zur Befreiung aus Notlagen, sprich Personen saßen im Aufzug fest oder hatten sich anderweitig in eine missliche Lage gebracht.
Zu 29 Verkehrsunfällen wurden wir ebenfalls hinzugezogen. Darunter fallen auch die bereits erwähnten Einsätze im Bereich der S-Bahn.
60 Brände wurden im vergangenen Jahr gemeldet. Davon entfielen 16 auf den Wohn- und Freizeitbereich, 7 auf Wald- und Vegetationsbrände und 28 auf sonstige Brände, unter die zum Beispiel Container oder ähnliches fielen. Bei den Wohnungsbränden bleibt der in der Friedrich-Engels-Straße in Erinnerung. Trotz intensiver Brandbekämpfung mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln und mit Unterstützung der Feuerwehren aus Eggersdorf und Rehfelde, konnte der Niederbrand eines Einfamilienhauses nicht verhindert werden, jedoch konnte ein Übergreifen auf benachbarte, in unmittelbarer Nähe stehende Gebäude erfolgreich abgewehrt werden. Bei diesem Großbrand entstand erheblicher Sachschaden, der Nutzer konnte noch rechtzeitig durch einen Feuerwehrmann aus der Nachbarschaft in Sicherheit gebracht werden.
Die registrierten 66 Fehlalarme setzen sich aus 45 blinden, 20 durch Brandmeldeanlagen verursachte und 1 böswilligen Alarmierung zusammen. Unter den 45 blinden finden sich Alarmierungen wieder, bei denen die Feuerwehr vor Ort nicht benötigt wurde, oder noch vor Ausfahrt der Einsatzauftrag wieder zurückgezogen wurde.
66 Fehlalarme bedeuteten in 2025 einen zeitlichen Aufwand von rund 397 Stunden. Der eine oder andere wäre sicherlich vermeidbar gewesen.
Fazit: Die Anzahl unnötiger Alarmierungen ist nach wie vor viel zu hoch.
Für die gezeigte Einsatzbereitschaft möchte ich allen Kameradinnen und Kameraden danken. Auch den Angehörigen sei gedankt, da es ohne ihr Verständnis und Unterstützung nicht möglich wäre unsere Aufgaben zu erfüllen.
Für die Rahmenbedingungen ist der Träger zuständig. Dieser Aufgabe kommt er vollumfänglich nach und ich bin mir sicher, dass dies auch in Zukunft so seien wird.
So konnte in 2025 der Gerätewagen – Logistik 1 (GWL – 1) in Dienst gestellt werden. Die Auslieferung des ebenfalls für 2025 geplanten Löschgruppenfahrzeuges LF 10 für die Ortswehr Hohenstein verzögerte sich hingegen und soll nun, aller Voraussicht nach, im ersten Halbjahr dieses Jahres erfolgen. Es wird dann das Tragkraftspritzenfahrzeug TSF-W ablösen.
Zudem wurden Investitionen im Bereich von Technik und Ausrüstung getätigt. So erfolgte unter anderem der komplette Austausch der Wasch- und Trockentechnik im Gerätehaus. Es wurden damit die Voraussetzungen geschaffen die Pflege und Reinigung von persönlicher Schutzausrüstung nach Herstellervorgaben vornehmen zu können. Eine Investition von gut 60.000 €. In beiden Gerätehäusern wurde die Sicherheit durch den Einbau bzw. die Erweiterung der Brandmeldeanlagen, nun auch im Fahrzeugtrakt, erhöht. Zudem erfolgte die Ausstattung aller Kameraden einheitlich nach Landesvorgabe, mit einer Tagesdienstuniform. 2026 soll auf das vorhandene Schlauchboot, ein RTB – 1 folgen, Kosten ca. 30.000 €.
Mit einem massiv gebauten Boot mit Trailer und ausgestattet mit einem kleinen Außenbordmotor wird die Bewältigung von Einsatzlagen im Bereich unserer Seen sicherlich einfacher werden.
Diese meine Ausführungen machen es sehr deutlich, dass wir mit unserem Träger, der Stadt Strausberg, einen sehr guten Partner haben.
Mit der ersten Gebietsreform nach der Wende, Anfang der 1990-ziger Jahre, vergrößerte sich das Stadtgebiet mit dem Anschluss der Gemeinde Hohenstein, inklusive Ruhlsdorf und Gladowshöhe. Neben dem Zugewinn an Einwohnern und Fläche, gehörte nun auch die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Hohenstein zur Stadt Strausberg.
Die Ortswehr Hohenstein hat gegenwärtig 12 Mitglieder. Seit letzten Jahr ist auch wieder eine Frau darunter. In diesem Jahr begeht die Ortswehr Hohenstein ihren 100 Geburtstag. Dieser soll am 10.10.2026 in würdiger Form begangen werden. Das Organisationsteam freut sich auf tatkräftige Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung des Festes. Getreu unserem Motto „Eine Stadt, eine Wehr“.
Sehr geehrte Anwesende,
Zum Abschluss meiner Ausführungen gestattet mir noch einige persönliche Worte.
Seit dem 11.05.1994 hatte ich die Ehre, die Freiwillige Feuerwehr Strausberg als dessen Leiter zu führen. Gemeinsam haben wir viel erreicht und die Wehr zu dem gemacht was sie heute ist. Gut aufgestellt und nach meiner Einschätzung auch sehr gut ausgerüstet.
Während den letzten fast 32 Jahren erfolgte die komplette Modernisierung unseres Fahrzeugbestandes, der Umzug in ein neues Gerätehaus, hier an der Philipp-Müller-Straße und auch im Ortsteil Hohenstein entstand ein neues Gerätehaus.
Es ist nun die Zeit gekommen, die Brücke zu verlassen und Platz für einen Nachfolger zu machen. Meine Amtszeit wird am 30.04.2026 zu Ende gehen. Die Anhörung, in Vorbereitung der Bestellung einer neuen Stadtwehrführung, die dann ab dem 01.05.2026 die Geschicke unserer Wehr leiten und lenken wird, erfolgt durch die Bürgermeisterin am 13.02.2026.
Ich sage Danke. Danke für eine schöne und aufregende Zeit.
Danke an alle Kameradinnen und Kameraden für die geleistete Arbeit und das mir entgegengebrachte Vertrauen.
Danke meinen aktuellen und ehemaligen Stellvertretern, die mich über die vielen Jahre begleitet und unterstützt haben.
Danke den Ortswehrführungen.
Ein Herzliches Dankeschön an Karsten, der während meines krankheitsbedingten Ausfalles im letzten Jahr, die erforderliche und sehr umfangreiche Arbeit erledigt hat.
Ein besonderer Dank geht jedoch an Frau Bürgermeisterin Elke Stadeler, die mich immer unterstützte und mir ihre Wertschätzung entgegenbrachte.
Dies war nun mein letzter Rechenschaftsbericht, den ich als Stadtwehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Strausberg verfasst und vorgetragen habe.
Es war mir eine besondere Ehre meiner Stadt, in der ich geboren wurde und zu Hause bin, als Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Strausberg, dienen zu dürfen.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.
Uwe Schmidt
24.01.2026
Beförderungen und Auszeichnungen
1.Beförderungen
zum Feuerwehrmann / zur Feuerwehrfrau:
- Ben John Liebe
- Henry Nickl
- Darius Ivo Joyce Scholz
- Mia Erfurth
- Sarah-Michelle Wolff
zum Oberfeuerwehrmann:
- Birk Willem Volkholz
zum Löschmeister / zur Löschmeisterin:
- Christian Lasch
- Yvon Jordan Erfurth
- Cassandra Mühleisen
zum Hauptbrandmeister:
- Jan Schugardt
2.Auszeichnungen
Kreisfeuerwehrverband Märkisch-Oderland e.V.
mit der Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes Märkisch-Oderland e.V. in Bronze
- Oberlöschmeister Tom Bohm
- Brandmeister Benjamin Bomball
- Oberbrandmeister Werner Seidel
mit dem Ehrenzeichen des Kreisfeuerwehrverbandes Märkisch-Oderland e.V.
- 1.Hauptlöschmeister Andreas Schwiering
Landesfeuerwehrverband Brandenburg e.V.
mit der Leistungsspange für technische Hilfeleistung in der Sonderstufe in Gold
- Oberbrandmeister Werner Seidel
mit dem Brandenburger Feuerwehr – Ehrenkreuz in Silber
- Oberbrandinspektor Uwe Schmidt
Land Brandenburg
Medaillen für treue Dienste
für 20 Jahre Treue Dienste in Bronze
- Kamerad Oberlöschmeister Tom Bohm
- Kamerad Brandmeister Mathias Schultz
für 30 Jahre Treue Dienste in Silber
- Kamerad Hauptlöschmeister Ronny Schuck
- Kamerad Brandmeister Christian Scheel
- Kamerad Oberbrandmeister Ronny Bretfeld
für 50 Jahre Treue Dienste in Gold
- Kamerad Oberlöschmeister Wojciech Legieza
- Kamerad Brandmeister Elhard Petzold
für 60 Jahre Treue Dienste in Gold
- Kamerad Hauptlöschmeister Heinz Ebert