1. Änderung der Dienstanweisung Nr. 01/2020
zur Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft und Aufnahme des
Ausbildungsdienstes der Freiwilligen Feuerwehr Strausberg
während der Corona Pandemie

1. Präambel
Zielsetzung dieser Dienstanweisung ist es, die Feuerwehrkameraden der
Freiwilligen Feuerwehr Strausberg vor Infektionen durch das COVID-19 Virus
zu schützen sowie die Sicherstellung der Einsatzbereitschaft und der
Leistungsfähigkeit der Freiwilligen Feuerwehr Strausberg zu erhalten.
Für eine bessere Lesbarkeit wird nachfolgend die maskuline Form der Wörter
verwendet, wenn diese die weibliche, männliche und diverse Form umfasst.

2. Geltungsbereich
Diese Dienstanweisung gilt für alle Feuerwehrkameraden der Freiwilligen
Feuerwehr Strausberg.

3. Rechtliche Grundlagen
Verordnung über den Umgang mit dem SARS-CoV-2-Virus und COVID-19 in
Brandenburg (SARS-CoV-2-Umgangsverordnung – SARS-CoV-2-UmgV) vom
12. Juni 2020 (GVBI.II/20, [Nr. 49]) zuletzt geändert durch Verordnung vom 3.
September 2020 (GVBI.II/20, [Nr. 72])
DGUV- Hinweise für Einsatzkräfte zum Umgang mit bzw. zum Schutz vor dem
Coronavirus SARS-CoV-2 sowie pandemiebedingten Einschränkungen
Hinweise des Landesfeuerwehrverbandes des Landes Brandenburg
Hinweise vom Deutschen Feuerwehr Verband

4. Geltungsdauer
Diese Dienstanweisung tritt ab sofort in Kraft und gilt bis auf Widerruf.

5. Öffnung der Gerätehäuser für die Aufnahme vom Ausbildungsdienst
Die Ortswehr Strausberg nimmt den Ausbildungsdienst am 09.06.2020 wieder
auf.
Die Ortswehr Hohenstein nimmt den Ausbildungsdienst am 29.05.2020 wieder
auf.

6. Festlegungen
a) Sämtliche für die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft nicht zwingend
erforderlichen Veranstaltungen und Termine der Feuerwehr werden bis auf
Widerruf durch die Stadtwehrführung ausgesetzt.

b) Die Nutzung des Sportraums ist mit maximal 2 Personen gleichzeitig unter
Wahrung der Abstands- und Hygieneregeln gestattet. Die Anwesenheit im
Sportraum außerhalb des Dienstbetriebes ist im Dienstbuch einzutragen.

c) Sollten Einsatzkräfte außerhalb der Dienstzeit die Feuerwehrgerätehäuser
betreten, ist dies unter Angabe des Grundes im Dienstbuch einzutragen.

d) Private Feiern können mit Zustimmung des Stadtwehrführers durchgeführt
werden. Die vertragliche Gestaltung obliegt dem Stadtwehrführer. Der
Nutzer hat ausschließlich den oberen Bereich des Feuerwehrgerätehauses
zu nutzen (Raucherraum, Versammlungsraum, Küche, Toiletten,
Garderobe). Für die Durchführung der Veranstaltung trägt der Nutzer
vollumfänglich die Verantwortung. Der Nutzer hat auf die Einhaltung der
Abstands- und Hygieneregeln gemäß SARS-CoV-2-UmgV zu achten. Nach
Beendigung der Veranstaltung hat der Nutzer den ursprünglichen Zustand
wieder herzustellen. Der gesamte Bereich, inklusive der Toiletten und des
Treppenhandlaufes ist zu reinigen.

e) Die private Nutzung der Werk- und Waschhalle ist bis auf weiteres nicht
gestattet.

f) Die komplette Konzentration im Feuerwehr-Ehrenamt ist auf die
Einsatzbereitschaft und die Einsatzabwicklung zu fokussieren.

g) Dienstbesprechungen werden auf das zwingend notwendige Maß reduziert.

h) Alle Feuerwehrangehörigen sind angehalten, die von den zuständigen
Behörden empfohlenen Maßnahmen bzw. Verhaltensweisen zu beachten
und der Vorbildfunktion von Einsatzkräften auch gegenüber Zivilpersonen
zu entsprechen.

i) Auf die konsequente Einhaltung der vom RKI bzw. der DGUV empfohlenen
Hygienemaßnahmen sowie die Merkblätter von RKI und DGUV wird
verwiesen.

j) Wiederkehrende Übungsdienste und dienstliche Zusammenkünfte der
aktiven Einsatzkräfte werden unter Einhaltung nachfolgender Punkte
zugelassen:
I. Dem Ausbildungsdienst im Freien ist unter Einhaltung der
Abstandsregelungen (mind. 1,50 m) sowie Hygieneregeln Vorrang zu
geben. Sofern die Abstandsregelung nicht gewährleistet werden
kann, ist die bereits an alle Einsatzkräfte übergebene Gesichtsmaske
zu tragen. Es sind die Hinweise zur Benutzung einer Gesichtsmaske
(Information Bundesfeuerwehrarzt vom 23.04.2020) im Einsatzdienst
während der Corona Pandemie für die Einsatzkräfte anzuwenden.
Sofern der Ausbildungsdienst nicht im Freien durchgeführt werden
kann, obliegt es der Wehrführung oder einem von ihr Beauftragtem
den Ausbildungsdienst unter Einhaltung der Abstandsregelungen
(mind. 1,50 m) sowie Hygieneregelungen in der Fahrzeughalle oder
dem Schulungsraum zu verlegen.
Der Gerätewart hat seinen Reinigungszyklus der
Ausbildungsdurchführung anzupassen.
II. Die Dienstdurchführung erfolgt ab Oktober 2020 wieder im normalen
Regelbetrieb. Das heißt die Zugweise Ausbildung wird aufgehoben
und die Ausbildung erfolgt wie gewohnt im 14-tägigen Wechsel für
die gesamte Wehr. Die Anwesenheit wird in dem bekannten Vordruck
dokumentiert. Die jeweiligen Ausbilder sind verantwortlich, dass sich
die Teilnehmer auch eintragen. Die Dokumentation ist der
Wehrführung unverzüglich nach der Ausbildung zu übergeben.
Das Führen einer Anwesenheitsliste ist erforderlich, um beim
Auftreten von Verdachtsfällen die Kontaktwege nachzuvollziehen zu
können.
III. Für die Durchführung und Organisation der Aus- und Weiterbildung
sind die Zugführer und der Ortswehrführer Hohenstein verantwortlich.
IV. Ein Verbleiben bzw. das Zusammentreffen nach dem
Ausbildungsdienst, das der Aufrechterhaltung der Kameradschaft
dient, ist mit Verweis auf die Hygieneregeln wieder gestattet und
sollte so kurz wie möglich gehalten werden. Dies betrifft auch den
Einsatzdienst

k) Sämtliche verschiebbaren Termine mit Publikumsverkehr wie
Besichtigungen von Feuerwehrgerätehäusern, Maßnahmen der
Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung, Tage der offenen Tür u.
ä., nicht zeitrelevante Besprechungen mit Dritten sind auf unbestimmte Zeit
zu verschieben.

I) Externe Veranstaltungen in den Feuerwehrgerätehäusern sind abzusagen.
Dies gilt für Veranstaltungen von der Feuerwehr nahestehenden Vereinen.
Nicht jedoch für den Förderverein Freiwillige Feuerwehr Strausberg e.V.
m) Besuche von Nicht-Feuerwehrangehörigen in den Feuerwehrgerätehäusern
sind grundsätzlich zu untersagen; Ausnahmen im Einzelfall sind der
Genehmigung vom Träger des Brandschutzes sowie der Wehrführung
vorbehalten und auf ein Minimum ausschließlich begründeter Einzelfälle
(wie z. B. Handwerkerbesuchen zur Aufrechterhaltung der
Funktionsfähigkeit des Gebäudes) zu beschränken. Der Besuch von Nicht Feuerwehrangehörigen
ist in Anwesenheitslisten mit folgenden Daten zu
erfassen: Datum und Uhrzeit der Anwesenheit, Vor- und Familienname,
Organisation und telefonischen Kontakt. Dies ist vom Gerätewart zu
dokumentieren und vier Wochen aufzubewahren. Nach Ablauf der
Aufbewahrungsfrist sind die Anwesenheitslisten dem Träger des
Brandschutzes zu übergeben. Der Träger des Brandschutzes vernichtet
diese.

n) Hinsichtlich der Tauglichkeit für den Einsatz unter schwerem Atemschutz in
den Fällen, in denen keine gültige Belastungsübung mehr vorliegt, aber alle
anderen Voraussetzungen gegeben sind, wird auf die aktuellen Regelungen
der FUK Brandenburg (www.fukbb.de/praevention) verwiesen.

o) Einsatzkräfte sind durch die Führungskräfte dahingehend zu sensibilisieren,
dass bereits ein geringer Infektionsverdacht (Symptombeginn) die
Aufforderung zur Folge hat, vorläufig bis zur endgültigen Klärung nicht mehr
am Dienstbetrieb teilzunehmen, auch nicht am Einsatzdienst Bestätigte
Infektionen sowie Quarantäneanordnungen mit Betroffenheit von
Einsatzkräften sind auf dem Dienstweg (telefonisch oder per E-Mail) der
Wehrführung und dem Träger des Brandschutzes zu melden.

p) Einsatzfahrzeuge können voll besetzt werden. Die Einsatzkräfte arbeiten
ihren Einsatzauftrag ab und werden möglichst nicht mit anderen
“durchmischt”! lm Fahrzeug ist der maximal mögliche Abstand zwischen den
Einsatzkräften einzuhalten. Zum gegenseitigen Schutz soll im
Mannschaftsraum ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Die PA-Geräte
sind vorerst am Einsatzort anzulegen. Die Entscheidung zum
Anlegen der PA-Geräte bereits auf Anfahrt zum Einsatzort trifft der
Einheitsführer.

q) Nach Einsatzrückkehr in die Feuerwehrgerätehäuser haben die
Einheitsführer dafür Sorge zu tragen, dass bei den eingesetzten
Einsatzfahrzeugen Lenkrad, Türklinken und Schaltknaufe mittels
Seifenlauge zu reinigen sind. Die Seifenlauge wird mittels
Pumpsprühflasche aufgetragen. Der Gerätewart hat dafür Sorge zu tragen,
dass die Pumpsprühflaschen gefüllt sind. Diese werden in der
Fahrzeughalle zentral zur Verfügung gestellt. Sollte der Gerätewart nicht im
Dienst sein, ist im Vorfeld mit dem Stadtwehrführer eine
Vertretungsregelung zu klären.

r) Sofern die Personalstärke von Einheiten im Regelfall abweicht, ist dies
unverzüglich der Wehrführung zu melden. Ebenso sind Krankheitsausfälle
und längere Ortsabwesenheit auf dem Dienstweg (telefonisch und per E-Mail)
an die Wehrführung zu melden, damit Personalengpässe oder der
Ausfall von Einheiten frühzeitig erkannt werden können.

s) Personen aus Risikogruppen
Der Coronavirus ist· ein Virus, der die Atemwege angreift. Im Verlauf der
Krankheit COVID-19 werden auch weitere Organe in Mitleidenschaft
gezogen. Zunächst zählen daher Risikogruppen mit
Atemwegserkrankungen aber auch mit Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems
zur Risikogruppe.
Es liegt in der Eigenverantwortung der Einsatzkräfte, einzuschätzen oder
von einem Arzt abklären zu lassen ob man zu einer Risikogruppe gehört
oder nicht.
Feuerwehrangehörige, die einer Risikogruppe angehören müssen selbst
bewerten und einschätzen ob sie am Einsatz bzw. der Ausbildung
teilnehmen wollen. Es wird hier deutlich auf die Eigenverantwortung jedes
einzelnen Feuerwehrangehörigen hingewiesen.
Feuerwehrangehörige, die vor Ausbildungsbeginn Atemwegssymptome,
Fieber oder andere akute Beschwerden haben, dürfen nicht an
Ausbildungen und Lehrgängen teilnehmen.

t) Die Einsatzkräfte sind über die Einhaltung der Dienstanweisung aktenkundig
durch den Stadtwehrführer oder einem von ihm Beauftragten zu belehren.

Abhängig von der weiteren Dynamik der Pandemielage wird diese Dienstanweisung
fortgeschrieben.

Erarbeitet von:
Träger des Brandschutzes der Stadt Strausberg in Zusammenarbeit mit der Wehrführung

 

Strausberg, den 17.09.2020

Elke Stadeler – Bürgermeisterin

Uwe Schmidt – Stadtwehrführer

 

Quellen:
https://bravors.brandenburg.de/verordnungen/sars cov 2 umgv, Zugriff: 17.09.2020
https://www. fukbb .de/praevention/sars-cov-2-pandemie-praevention/ – Hinweise für
Einsatzkräfte zum Umgang mit bzw. zum Schutz vor dem Coronavirus SARS-CoV-2
sowie pandemiebedingten Einschränkungen; Zugriff 17.09.2020

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