Die Geschichte der (Strausberger) Feuerwehr

Zeittafel des Brandschutzes im Allgemeinen und im Besonderen der Stadt  Strausberg – zusammengestellt durch Kameraden Wilhelm Piskol. Vom Nachtwächter, über die Handdruck-Spritze bis zur Beobachtungsdrohne.

2001

Das neue Gerätehaus wird bezogen. Diverse Neubeschaffungen von Fahrzeugen und Geräten, Schutzausrüstungen, Schutzbekleidungen und Uniformen.

1983

100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Strausberg. Mit einem großen Festumzug, einem Festakt mit den Stadtverordneten und Festball für die Mitglieder der Wehr mit ihren Angehörigen.

1981

Wird die erste Drehleiter für Strausberg übergeben. Eine DL 25 auf S 400.

1979

wird das erweiterte Gerätehaus eingeweiht. Ein Schulungsraum, Raum für die Einsatzbekleidung und Ausrüstung. WC-Räume für Mann und Frau. Büro und 8 neue Garagen.

1966

Die Wehr erhält ihr erstes Tanklöschfahrzeug. Ein TLF 15 auf S 4000 mit eingebauter Heckpumpe.

1956

Die Freiwillige Feuerwehr Strausberg übernimmt wieder, nach der Auflösung des Kommandos Feuerwehr, den Brandschutz in der Stadt.

1953

Strausberg erhält, nun als Kreisstadt, neben der Freiwilligen Feuerwehr eine Berufsfeuerwehr. Ein „Kommando Feuerwehr“. Die Mitgliederzahl der Wehr schrumpft. Kein eigenes Löschgerät. Nur noch zu Hilfskräften degradiert.

1949

Die Freiwillige Feuerwehr Strausberg entsteht wieder neu. Der Neustart ist wieder ohne Löschfahrzeug. Die beiden Fahrzeuge mussten an Großstädte abgegeben werden. Nur eine TS 8 blieb am Anfang im Bestand der Wehr.

1941 - 45

Einsätze in Berlin, nach erfolgten Bombenangriffen auf die Stadt, werden immer häufiger. Frauen füllen die Reihen der Feuerwehr, für die in den Krieg ziehenden männlichen Kameraden, auf. Am Kriegsende werden die beiden Motorfahrzeuge, inzwischen ein LF 15 auf Mercedes und ein LF 8 auf Opel Blitz, als Fluchtfahrzeuge nach Schleswig- Holstein verbracht.

1934

Es beginnt eine traurige Epoche. Jüdische Angehörige der Wehr werden ausgeschlossen. Der Leiter der Wehr tritt aus angeblichen gesundheitlichen Gründen zurück. Auch in der Funktion des stellvertretenden „Kreiswehrführers“.

1933

Die Wehr begeht ihr 50 jährige Bestehen. Mit Platzkonzert auf dem Marktplatz, einer großen Übung, einem Festakt mit vielen geladenen Gästen.

Tanz in mehreren Sälen für die Einwohner der Stadt. Der Fuhrpark hatte sich enorm erweitert. Die Wehr erhielt ein weiteres Motorfahrzeug. Ein Mannschafts- und Gerätewagen, Ist ferner im Besitz von einer Motorspritze. Hat noch die beiden Handdruckspritzen. Ein Motorrad. Auch schon „Rauchschutzmasken“. Diverse Leitern und Geräte die für Einsätze der Wehr benötigt wurden.

1930

Auch die Freiwillige Feuerwehr Strausberg Vorstadt erhält ein Fahrzeug. Das Fahrzeug wird von den in Vorstadt wohnenden Fabrikbesitzern und Kaufleuten finanziert.

1929

wird das neu errichtet Gerätehaus vor dem Müncheberger Tor bezogen. Eine ehemalige Scheune wird umgebaut. Zwei Wohnungen und 3 Garagen werden eingebaut sowie 4 zusätzliche Garagen einschließlich einer Werkstatt werden angebaut.

1928

das erste „automobile Löschzug“ wird beschafft. Das Fahrzeug und einige Geräte werden in Räumen Ecke Wallstraße-Hegermühlenstraße untergebracht. Das alte Spritzenhaus ist zu klein.

1927

Laut Magistratsbeschluss wird festgelegt, eine Motorspritze anzuschaffen.

1926

Die Freiwillige Feuerwehr Hohenstein wird gegründet.

1922

Das an der Haltestelle Schlagmühle errichtete „Spritzenhaus“ wurde der Not gehorchend zu Wohnungen umgebaut. Ein neues Spritzenhaus entstand in der Barnimstraße.

1921

In Strausberg Vorstadt wird die Freiwillige Feuerwehr als „Abteilung Vorstadt“ der Freiwilligen Feuerwehr Strausberg neu gegründet. In der Zeit des Krieges löste sich die Vorstadt Wehr auf. In Strausberg Gartenstadt wurde ebenfalls eine Abteilung der Feuerwehr gegründet.

1919

Kamerad Otto Nitschke wird zum neuen Oberführer gewählt. Kamerad Otto Nitschke prägte die Wehr in den folgenden Jahren. Er selbst wurde auch zum stellvertretenden Kreisbrandmeister gewählt.

1917

Der Aussichtsturm vom Restaurant Gepke, jenseits des Sees, wird vom Blitz getroffen und brennt nieder. In Folge des Krieges schrumpfte die Wehr bis auf 10 Mitglieder.

Eine Zeitungsmeldung aus dieser Zeit: „Brandmeister Schmarbeck musste den Brand mit Kriegsgefangenen und Frauen löschen“

1913

Einheitliche Uniformierung der Feuerwehren in Preußen.

1911

Die ersten 3 Hydranten der neu errichteten Wasserleitungen von Strausberg werden von der Wehr erprobt. Dienstgrade für Angehörige der Freiwilligen- und Pflichtfeuerwehren werden in Preußen eingeführt.

1907

In Strausberg Vorstadt wird eine eigenständige Freiwillige Feuerwehr gegründet

1902

Der Magistrat beschließt den Kauf einer 15 Meter langen „mechanische Schiebeleiter“ und übergibt sie der Wehr.

1901

Die ersten Dienstgrade (so genannte Chargenbezeichnungen) werden eingeführt.

1900

Die Wehr stellt an den Magistrat den Antrag, die Mannschaftswagen so umzubauen, dass auch Geräte und Leitern mit transportiert werden können. Ferner die städtischen Sprengwagen als Wasserwagen zu nutzen und diese in den Dienst der Feuerwehr zu  stellen.

1885

Die Wehr erhält, nach dem sie sich bei einem Brand in einer Teppichfabrik bewährte, die 1880 gekaufte Handdruckspritze vom Magistrat.

1884

Der erste Einsatz für die neu gegründete Freiwillige Feuerwehr führt nach Lichtenow. Aber nur mit den vom Magistrat erhaltenen alten „Kastenspritzen“. Die Wehr wird Mitglied im „Brandenburgischen Provinzial Feuerwehrverband“.

1883

Der Magistrat kauft eine zweite „Handdruckspritze“

Am 14. Dezember des Jahres ist es soweit. Die Freiwillige Feuerwehr Strausberg wird gegründet.

1881

Bürgermeister Clement unternimmt einen neuen Versuch, eine Freiwilligen Feuerwehr nach dem Muster der Stadt Wriezen zu gründen. Er stößt aber auf großen Widerstand, vor allem durch die Angehörigen des Magistrates.

1880

Der Magistrat der Stadt Strausberg kauft eine neue, mit Pferden bespannte „Handdruckspritze“.

1874

Das Spritzenhaus muss einem Schulbau weichen. Ein neues Spritzenhaus wird an die Nordseite der errichteten Schule angebaut.

Der Strausberger Turnverein regt die Bildung einer „Turnerfeuerwehr“ an. Das wird vom Magistrat und auch von vielen Bürgern der Stadt abgelehnt.

1855

Wird in der Stadt Wriezen die erste Freiwillige Feuerwehr von Brandenburg geründet. Der Bürgermeister der Stadt Wriezen der die Gründung anregte forderte, dass die Freiwillige Feuerwehr nach „militärischen Grundsätzen“ geführt wird.

1844

Wird in Strausberg eine „Pflichtfeuerwehr“ eingeführt. In der Schulstraße wird in Spritzenhaus eingerichtet.

1841

Wird in der Stadt Meißen die erste Freiwillige Feuerwehr in Deutschland gegründet.

1833

In der überarbeiteten „Löschordnung“ der Stadt Strausberg wird erstmals eine Verteilung der Aufgaben zur Pflege und Kontrolle der Löschgeräte so wie die Aufgaben bei den Löscharbeiten vorgenommen. Es werden sogenannte Spritzen- Schlauch und Brunnenmeister benannt. In den ersten Jahren wurden die damals noch tragbaren „Feuerspritzen“ im Rathaus gelagert.

1800

Die Stadt Strausberg erhält eine neue „Feuerlöschordnung“

1719

erscheint die „Königliche Preußische Feuerordnung für Städte“.

1614

wird zum ersten Mal einem Buch in deutscher Sprache vorgestellt, in dem zeitgenössische Spritzen vorgestellt werden.

1606

In einem Edikt des Kurfürsten von Brandenburg, wird gefordert, dass die Feuerstellen in Ordnung zu halten sind, da sie des Öfteren als Brandursache in Frage kommen.

1551

In den neu eingeführten „Statuten für die Stadt Strausberg“, befassen sich 7 Punkte von den 15 Punkten  des Statutes, mit den Brandgefahren.

1517

Es steht in einem Rechnungsbuch der Stadt Augsburg ist ein Eintrag über den Bau einer „großen Spritze“. In späteren Notizen werden der Kauf von Wasserkästen, Rädern und einer Deichsel genannt. Daraus wird auch der Bau der „großen Spritze“ geschlossen.

1500

Ab etwa dieser Zeit ist bekannt, dass so genenannte Rohr- oder Stockspritzen produziert werden. Wie z.B. von den „die Rotgießern aus Nürnberg“. Deren Spritzen sogar in Ausland verkauft werden.

1483

Es taucht ein Entwurf zum Bau einer Kolbenpumpe auf.

1221

In dem für die Stadt Wien aufgestellten “Stadtrecht“ erscheinen im Punkt 25, Hinweise zur Verhütung von Bränden und das Verhalten bei dem Ausbruch eines Brandes. Das Ist der erste bekannte Hinweis zum „Feuerlöschwesen“ im heutigen deutsch sprachigen Raum.

24 v.Z.

Der Polizeidirektor von Rom, Egnatius Rufus bildete mit Sklaven eine Truppe die für Löscharbeiten eingesetzt wurde. Im Mittelalter geriet vieles in Vergessenheit.

100 v.Z.

Sollen in Japan Militärveteranen zum Feuerlöschdienst eingesetzt worden sein. Diese waren mit dem Umgang von Geräten, die zu den Löscharbeiten, bzw. zum Abbruch von Gebäuden  u. ä.  benutzt wurden, vertraut gewesen.

250 v.Z.

Ein gelehrter Bischof  berichtete später, dass die Orientalen schon zu dieser Zeit „ Siphons zum Feuerlöschen benützen“

850 v.Z.

Die älteste Überlieferung von einer  Löschtätigkeit ist auf einem Steinrelief in Ninive  (bei Mossul im jetzigen Irak)  zu sehen. Krieger löschen gegnerische Brandfackeln mit „Schöpfgefäßen“.